// Alles aus einer Hand: Optimaler Einsatz von Gleisbaumaschinen

Aufzeichnen der Gleisgeometrie, Analyse und optimale Einsatzplanung für die Bahnen.

Die Verkehrsbetriebe der Stadt Zürich VBZ besitzen ein Tram-Streckennetz von über 110km in Spurweite 1000mm. Die Forchbahn stellt eine Verlängerung dieses Netzes in Richtung Südosten über die Forch (675müM) nach Esslingen mit einer Streckenlänge von 13km dar. Die maximale Steigung beträgt 69‰ (Adhäsion). Die Forchbahn ist Teil des Zürcher Verkehrsverbundes ZVV und ist eine typische Vorortsbahn von Zürich.

Die Sersa Maschineller Gleisbau AG (SMG) führt schon seit vielen Jahren Stopfarbeiten auf dem Meterspurnetz der Forchbahn durch. Im Rahmen der Stopfarbeiten 2012 wurde von Seiten der Forchbahn der Wunsch geäußert, dass SMG die Stopfkampagne 2013 umfassend vorbereitet und koordiniert, um den optimalen Einsatz der Stopfmaschine sicherzustellen. Typischerweise werden diese Vorbereitungs- und Koordinationsarbeiten durch die Bahnen selber wahrgenommen. Die zunehmende Komplexität in den Bereichen der Vermessung, Trassierung, bei Messgeräten und dem Einsatz der Gleisbaumaschinen führt gerade bei kleinen und mittelgroßen Bahnen dazu, sich Hilfe bei Spezialisten zu suchen.

In der Meterspur ist ein Gleismesswagen, wie man ihn von der Normalspur kennt, nicht vorhanden. Damit fehlt eine wichtige Möglichkeit den aktuellen Zustand der Gleislage zu messen und für die Planung der Unterhaltsarbeiten zu verwenden.

Im Herbst 2012 wurde daher das gesamte Streckennetz mit einer Stopfmaschine relativ aufgezeichnet. Diese Aufzeichnung dokumentiert die relative Gleisgeometrie horizontal und vertikal, die Überhöhung, die Verwindung und die Spurweite. Die Daten werden dann auf der Basis der RTE 22540 (Regelwerk Technik Eisenbahn: Fahrbahnpraxis Meter- und Spezialspur) auf Grenzwertüberschreitungen überprüft.  

Die Auswertung der Aufzeichnungen wurde dann mit der Forchbahn besprochen und der definitive Stopfumfang für 2013 festgelegt. SMG erstellte ein detailliertes Programm für die Stopfarbeiten 2013 und die Forchbahn konnte die Streckensperrungen mit dem Betrieb optimal einplanen.

Im Zentrum der Stopfarbeiten 2013 stand der zweispurige Tunnel in Zumikon. Dieser Tunnel wurde 1976 in Betrieb genommen und unterquert mit einer Länge von 2 km den Ort Zumikon mit 2 Haltestellen im Tunnel. Entwässerungen und Kabelkanäle verlaufen in diesem Tunnel sehr nahe am Gleis, so dass beim Stopfen ein großes Risiko von Schäden an der Tunnelinfrastruktur zu befürchten war. SMG beauftragte daher die Vermessungsfirma Basler&Hofmann mit einer Kontrolle der absoluten Gleisversicherung im Tunnel und mit einer Neuberechnung der Trasse, um die Tunnelinfrastruktur nicht zu beschädigen. Bei der Haltestelle Waldburg musste ebenfalls durch Basler&Hofmann eine optimalere Gleisgeometrie berechnet werden, damit das Ein- und Aussteigen der Passagiere den gesetzlichen Vorgaben entspricht.

Am 19. August 2013 wurde die Meterspur-Stopfmaschine B40UM-3 mit einem Strassentieflader in der Nacht quer durch die Stadt Zürich bis zum Streckenanfang der Forchbahn in Realp transportiert. Die meisten Meterspur-Gleisbaumaschinen von SMG besitzen ein spezielles Radprofil, um auf möglichst vielen Meterspurnetzen fahren zu können. Das Schienenprofil der VBZ entspricht aber einer Trambahn und kann mit den Fahrzeugen der SMG nicht befahren werden. Aus diesem Grund musste die B40UM-3 vom Rollschemel auf einen speziellen Strassentieflader umgeladen werden, um das Netz der Forchbahn erreichen zu können.

In 7 intensiven Nachtschichten stopfte die B40UM-3 insgesamt 6.5 km Gleise und 11 Weichen. Die Stopfarbeiten insbesondere im Tunnel erforderten die maximale Konzentration der Mannschaft, um Schäden an der Tunnelinfrastruktur zu vermeiden und das Gleis auf die optimale Position zu bringen.

Nach Abschluss der Stopfarbeiten wurde das gesamte Streckennetz erneut aufgezeichnet, um einerseits den Stand nach dem Stopfen zu dokumentieren und andererseits um die nächsten Stopfarbeiten planen zu können. Die Arbeiten konnten trotz einer technischen Panne an der Stopfmaschine zur vollen Zufriedenheit der Forchbahn durchgeführt werden.

 

Fact-Box

Sersa Maschineller Gleisbau AG (SMG) übernimmt im Auftrag der Bahn die gesamte Koordination und Vorbereitung der Unterhaltsarbeiten und stellt so sicher, dass der Einsatz der Gleisbaumaschinen für den Kunden optimal ablaufen kann. Die Aufzeichnung der Gleisgeometrie mit der Stopfmaschine stellt eine wichtige Basis für die Planung der Stopfarbeiten dar. Die Spezialisten der SMG analysieren die Messdaten und erstellen eine erste Planung der Stopfarbeiten. In enger Koordinaten mit der Bahn wird dann der endgültige Umfang der Unterhaltsarbeiten festgelegt. Der Einsatz der Gleisbaumaschinen wird ebenso durch die SMG-Spezialisten mit der Bahn optimal vorbereitet, so dass die Unterhaltsarbeiten effizient durchgeführt werden können. Sehr wichtig ist die gute Planung der Sperrpausen für die Unterhaltsarbeiten, die in enger Abstimmung mit der Bahn gemacht wird.

30.10.2013