// Gemeinsamer starker Auftritt im Vereinigten Königreich

Rhomberg Sersa UK und Rhomberg Bahntechnik haben ein internes Joint Venture vereinbart, um Infrastrukturprojekte im Bereich feste Fahrbahn im Vereinigten Königreich umzusetzen. Das erste im Rahmen dieser Vereinbarung realisierte Projekt war ein Testbetrieb für den Ashfordby-Tunnel vom 6. bis 14. März 2014.

Auftraggeber war „Network Rail“: Der Eigner der gesamten Infrastruktur der ehemaligen britischen Staatsbahn möchte sein Schienennetz modernisieren und dafür die feste Fahrbahn ausprobieren. Vorteile wie die Passgenauigkeit im Vergleich zu einem Schotteroberbau oder auch die günstigere Instandhaltung haben die Verantwortlichen überzeugt. Rhomberg Sersa wurde beauftragt, zu Testzwecken zwei unterschiedliche Systeme zu installieren.

Um den Einfluss auf den laufenden Bahnbetrieb zu reduzieren, beschloss das Projektteam um Günter Hinteregger, Chris Kearns, Magdalena Kranawetter und Marcus Springer, die festen Fahrbahnen an der Teststrecke „Old Dalby“ in Melton Mowbray in der Grafschaft Leicestershire einzubauen. Die 21,7 Kilometer lange Strecke verläuft zwischen Melton Mowbray und Edwalton. Sie wurde 1968 für den Personenverkehr geschlossen und dient seitdem zum Testen von Rollmaterial für die Bahnbetriebsgesellschaften und die Londoner U-Bahn.

Viel ausprobiert, viel gewonnen

Der Test diente auch dazu auszuprobieren, ob die Strecke abgesenkt und so die Passierabstände im Rahmen der Grenzen des Ashfordby-Tunnels erhöht werden können. Die Spezifikation für das Projekt gab vor, etwa 250 Meter „IVES Feste Fahrbahn“ und 125 Meter „PORR-Platten“ einzubauen. Zusätzlich wurde das von Rhomberg entwickelte „universelle Übergangsmodul V-TRAS“ zum ersten Mal an einer stromführenden Eisenbahnlinie installiert. Zu Erprobungszwecken wurden beide Systeme auf einem Unterbau aus 10 Zentimetern verdichtetem Schotter und 25 Zentimetern Asphalt verlegt.

Die grösste Herausforderung für das Projektteam war die Logistik: Alle Materialien mussten über einen einzigen Zugang und eine räumlich begrenzte Ladezone zur Baustelle gebracht werden. Dazu wurde alles auf schienengeführte Anhänger verladen und über das benachbarte Gleis zugeleitet, sodass im Grunde jeweils nur eine einzige Ladung möglich war. Dank des Einfallsreichtums und der Entschlossenheit des gesamten Teams konnte das Projekt planmässig abgeschlossen werden, wobei immer wieder Flexibilität und Professionalität unter Beweis gestellt wurden. Das fiel auch den zahlreichen Besuchern auf der Baustelle auf und wurde oft lobend erwähnt. Nach der Montage erhielten wir vom Projektträger ein Anerkennungsschreiben, in dem er uns mitteilte, wie beeindruckt Network Rail sowohl von den Systemen als auch vom Projektteam war – ein grosses „Well done“ an alle Beteiligten!

08.04.2014